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Ein Kinderheim in Dauerquarantäne

Eigentlich sollte 2021 ein spannendes Jahr werden, zumal wieder ein Jubiläum „65 Jahre Kinderheim“  ansteht. Aber so wie das Jahr 2020 endet, starten wir auch 2021 mit Homeschooling, Einschränkungen bei Kontakten und den unterschiedlichsten Auflagen, um die Pandemie einzudämmen. Ein Jahr lang hatten wir es fast geschafft, Corona zu trotzen. Aber im Februar 2021 wurden wir von der Pandemie eingeholt. Nach den Februarferien musste ein 10jähriger in Quarantäne, da innerhalb der Familie die Erkrankung auftrat. 14 Tage mit massiven Kontakteinschränkungen waren für den Jungen und uns eine echte Herausforderung, zumal er völlig  symptomfrei war. Eine Bewehrungsprobe sollte noch kommen. Faschingsdienstag kam die erste Krankmeldung einer Kollegin, Tage später zeigten sich auch bei weiteren Kollegen Symptome, so dass wir entschieden, alle Kinder und Kolleginnen zu testen. Bis dato traten bei keinem der Kinder Symptome auf. Am 23.02.2021 erlebten wir eine echte Überraschung. Acht der 16 Mädchen und Jungen waren positiv. Was nun? Natürlich hatten wir ein  Hygienekonzept, aber darauf war keiner vorbereitet. In kürzester Zeit wurde das Haus völlig umstrukturiert und die Gruppen neu zusammengestellt. Wichtig war es, die Infizierten von den nicht Infizierten zu trennen und das in allen Bereichen. Also wurden Bibliothek, Entspannungsraum und unsere Trainingswohnung zu Schlafräumen, Toiletten und Treppenaufgänge wurden neu zugeteilt, um zwischen den Gruppen jeden Kontakt zu vermieden. Allerdings war der Wurm schon drin. Eine Woche später erfolgte durch das Gesundheitsamt eine weitere Testung. Dabei wurden sechs weitere Kinder und zwei Kollegen positiv getestet. Insgesamt waren 14 Kinder und 4 Kolleginnen betroffen. Die angeordnete Quarantäne bedeutete für alle 4 Wochen ohne Besuche, Beurlaubungen, Schulbesuch oder Einkäufe. Auch die Kolleginnen, ob positiv oder negativ getestet, mussten sich mit den Beschränkungen arrangieren. Da freut man sich nach vier oder sechs Wochen Einkaufsabstinenz aufs Shopping. Die Gruppen zeigten Durchhaltevermögen, die Älteren waren für die Jüngeren da, der Alltag mit Homeschooling wurde prima gemeistert. Die Kolleginnen traten über Wochen ihren Dienst mit FFP Maske, Einwegkittel und Handschuhen an, eine Arbeitskleidung, die viel von einem abverlangt. Die beiden negativ getesteten Kinder, der 5jährige N. und die 14jährige Lisa bildeten eine eigene Gruppe und hatten ihren kleinen Bereich. Lisa, die gern Erzieherin werden möchte, betreute mit viel Aufmerksamkeit ihren kleinen Mitbewohner. In einer Woche ist Ostern und alle, die dürfen und können, werden das Osterfest in der Familie feiern. Am Dienstag findet in der Einrichtung eine kleine Osterfeier statt, auch mit einem Dankeschön an unsere Kinder verbunden, die ohne zu Murren alle Einschränkungen hinnahmen und gute Laune verbreiteten. Im Mai 2021 wollten wir gern unser Jubiläum „65 Jahre Kinderheim“ feiern. Geplant war zu Pfingsten ein Ehemaligentreffen, was wir leider verschieben müssen. Auch weitere Events, wie unsere Fahrt nach Hamburg wurden bereits in den Oktober verlegt. Aber wir schauen nach vorn und sind optimistisch.  Wir wünschen allen ein schönes Osterfest und eine gute Zeit.